Einleitung zur Fortbildung "Patientenaufklärung - die ungeliebte Pflicht?!" von Prof. Dr. med. T. Wallenfang:

Der Anspruch des Patienten auf Ärztliche Fortbildung führt zur ärztlichen Pflicht, diese auch wahrzunehmen. Die Möglichkeiten heutzutage sind vielfältig, so aich über das Internet. Prof. Dr. med. Thomas Wallenfang hat die Aufgabe des ärztlichen Kursleiters der Fortbildung zum Thema 'Ärztliche Aufklärung' übernommen. Die Erfahrungen aus langjähriger klinischer operativer und gutachterlicher Tätigkeit führen zu dem Schluss, dass bei unverändert abstrakten juristischen Forderungen, bei der Not von Patient und Arzt, nicht das Vertrauen zu verlieren und bei der alternativlosen Zwangssituation, begleitet von Angst und Ausdruck des Kranken, keine optimale Lösung zu erwarten ist.

Nicht nur der Gegensatz zwischen schonungsloser Aufklärung und verständnisvoller Erläuterung besteht weiter; zu überwinden sind auch Unwissenheit und Gedankenlosigkeit, wie Literatur 1) und die tägliche Praxis belegen. Ansonsten könnte man sich die Flut der gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Patient und Arzt, natürlich geschürt durch anwaltlichen Übereifer, nicht vorstellen.

Ziel dieser ärztlichen Fortbildung besonderer Art soll es sein, für Patient und Arzt mehr Sicherheit zu bringen. Wie in der medizinischen Therapie sind 'guidelines' aufzuzeigen, die auch in kritischen Situationen unangreifbar sind, sowie Vorschläge zu unterbreiten, die über das übliche Aufklärungsdokument hinaus dem Patienten ein besseres Verständnis einer möglichen oder gar imanent drohenden Konfliktsituation einer jeglichen Therapie vermitteln.

Je größer die Möglichkeit schwerer Konfliktsituationen, desto wichtiger ist die Aufgabe des Arztes, die Aufklärung frühzeitig und wo immer möglich persönlich wahrzunehmen.
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Prof. Thomas Wallenfang war überwiegend an der Klinik für Neurochirurgie der Johannes-Gutenberg Universität tätig, wo er 1977 die Anerkennung als Facharzt für Neurochirurgie erhielt. Die wissenschafliche Arbeit in der Neurochirurgischen Pathophysiologie mit den Schwerpunkten Hirnödem und Hirndruck und Hirndurchblutung führte 1982 zur Habilitation. Die Mainzer Klinik unter dem Direktor Prof. Schürmann war die Wiege der Deutschen Schädelbasischirurgie, so dass Prof. Wallenfang sich dieser 'besonderen' Chirurgie immer verpflichtet fühlte, aber auch die Tumorchirurgie und vaskuläre Neurochirurgie wurden Schwerpunkte seiner operativen Tätigkeit.

Als Direktor der Klinik für Neurochirurgie von 1990 - 2000 am Klinikum Fulda setzte Prof. Wallenfang sich ein für ein Zentrum für Schädelbasischirurgie. Heute ist Prof. Wallenfang am Herz-Neuro-Zentrum Bodensee in Kreuzlingen / Schweiz als Leiter für diese Schwerpunkte tätig.

Vielleicht gerade wegen der ständigen operativen Herausforderung bei diesen operativen Schwerpunkten hat Herr Prof. Dr. Wallenfang sich schon frühzeitig mit der Thematik der Aufklärung befasst, die sowohl aus medizinischer als auch aus juristischer Sicht nicht befriedigen kann.


1) Orthopäde, 1999, 28: 593-597 H. Merk, R. Krämer, A.W.A. Baltzer, C. Liebau, Springer-Verlag 1999
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